Hier finden Sie uns:

Heimatkreis Merklingen e.V.
Untere Talstr. 26
71263 Weil der Stadt

 

Kontakt

Rufen Sie einfach an 07033-31889 oder senden Sie ein E-Mail an:

Kontakt@Heimatkreis-Merklingen.de

oder verwenden sie unser Kontaktformular

Würm

Zeitreise 9 Unsere Würm

Betrachtet man sich den Würm Verlauf auf den historischen Karten unserer Gemarkung, so kann man feststellen, dass der Name „Würm“ abgeleitet von Wurm nicht von ungefähr kommt.

 

Der ursprüngliche Verlauf mit den vielen Windungen und Hoch und Flachwasser Bereichen war natürlich ein Eldorado für die Tier und Vogelwelt. Hier ist wohl das Rieth ein bis in unsere Zeit erhaltenes Beispiel.
Aber auch der Mensch konnte die Würm zum Baden und erholen nutzen.

 

Durch den ursprünglichen Verlauf lebte man mit ständigen Hochwasser-Gefahren.

Die Nachweise kann man an den, an der Wendelinskapelle angebrachten Hochwassermarkierungen, ablesen.
Aber der Nutzen des Wassers war für die Landwirtschaft von großer Bedeutung.

Durch die menschlichen Eingriffe in Form von Be- und Entwässerungsgräben konnte das Tal für die Heuernte stark verbessert werden.

Allerdings konnten Hochwasser zu Unzeiten einem Bauer seine gesamte Ernte vernichten und dadurch die Existenz bedrohen.

 

Um die Gefahr von Hochwasser zu reduzieren wurde deshalb beschlossen, die Würm zu begradigen.

 

Die Planung zum Projekt muss schon um 1900 fertiggestellt worden sein. Hier war wohl auch der Mühlenbetreiber der Fleckenmühle beteiligt. Hatte er doch großes Interesse, dass auch noch nach der Würm-Regulierung Wasser zum Betreiben seiner Mühle am Mühlrad ankam.

Aus unseren Unterlagen wissen wir auch dass die Widmänner sehr fortschrittlich eingestellt waren.

 

So wurde von ihnen um 1900 ein Elektrizitätswerk an der Würm geplant. Das sollte wohl die Energie an die Mühle liefern, wenn das Wasser nicht mehr dahin gelangen konnte.

Der Standort wurde nach vielen Recherchen und uns vorliegenden Aufnahmen der unterschiedlichen Pegelstände an der Würm festgelegt.

Das Werk sollte ca. 300 m unterhalb der Riemenmühle entstehen.

Selbst ein Angebot für die Erstellung der Anlage von den Siemens-Schuckert Werk in Stuttgart wurde eingeholt.

Gründe für die letztendlich nicht durchgeführte Realisierung liegen uns nicht vor.

 

Das Projekt Würm Begradigung wurde letztendlich in mehreren Teilprojekten realisiert:

Teil 1 1932:

Start der Maßnahme war hinter der alten Würmbrücke zwischen der Dreschhalle und dem damaligen Betrieb Fa. Riehm. Hier wurde ein Würm Anschluss geschaffen, welcher vorbereitet war um später den 2 Teilabschnitt mit der dann neuen Brücke beim Bauhof anschließen zu können.
Im weiteren Verlauf wurde die Würm dann bis zum Wehr an der Riemenmühle begradigt. Musste doch auch die Riemenmühle weiter Wasser für das Mühlrad erhalten.

 

Teil 2 1938:

Dies wurde der sogenannte Hochwasser Abflussgraben. Eine Maßnahme die wohl schon ursprünglich als temporäre geplant war. Auch hier gab es die Vorgabe den Mühlenbetrieb der Widmann`schen Mühle aufrecht zu erhalten.

 

Wusste man damals doch noch nicht, wie lange die Mühlen betrieben werden.


Start der Massnahme war kurz hinter den Weingärten. Hier macht man sich einen kurzen gerade Bachverlauf zu Nutzen um einen strömungstechnisch guten Anschlusspunkt zu finden.
Im weiteren Verlauf wurde dann der neue Abzweig aus dem Hochwassergraben zum alten Bachverlauf zur Mühle, mit einem festen Wehr und einer Einlassfalle, hergestellt.

 

Der Abflussgraben verlief dann ungefähr auf dem heutigen Feldweg in Richtung Sportgeländes weiter. Der heutige Hartplatz wurde ca. 15 m abschnitten um dann auf der heutigen Maybachstrasse bis zur neuen Würmbrücke zu führen. Hinter der Würmbrücke erfolgte dann der Anschluss an den 1. Bauabschnitt.

 

Teil 3 1969:

Nach dem die innere Mühle den Betrieb eingestellt hatte wurde der 3. Bauabschnitt in Angriff genommen. Hierzu wurde vom Eintritt der Würm auf Merklinger Gemarkung bei der Planmühle bis zur heutigen Würmbrücke beim Bauhof ein neues Bachbett geschaffen.

 

Das neue Bachverlauf kreuzte jedoch im Bereich der Weingärten mehrfach das alte Bachbett. Deshalb musste um die Arbeiten zu ermöglichen noch ein temporäres Bachbett für die Zeit der Bauarbeiten hergestellt werden.


Nachdem auch die Riemenmühle den Betrieb eingestellt hatte wurde das alte Wehr abgebaut und die Würm in einem neuen Bachbette an der Riemenmühle vorbeigeführt.

 

Die Würm ist entstanden wie wir sie heute kennen.

 

Auf den beigefügten Karten welche aus dem Landesarchiv Baden-Württemberg stammen, kann man die verschiedenen Baustufen sowie den ur-Verlauf der Würm ersehen.
Interessant dabei ist zu sehen, dass der sogenannte Hochwasser-Abflussgraben nur eine Zeit von ca. 1938 bis 1969 in Betrieb war.
Auch zu erkennen ist, dass einige Baugebiete von Merklingen ohne die Würm Korrekturen so nicht hätten gebaut werden können. (Sägwiesen, Burgstall)

 

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Heimatkreis Merklingen e.V.